Malteser Bildungszentren in Nordrhein-Westfalen

Die drei Malteser Rettungsdienstschulen in Nordrhein-Westfalen wurden am 1. Januar 2018 in Bildungszentren umbenannt: Malteser Bildungszentrum Euregio, Malteser Bildungszentrum Rheinland und Malteser Bildungszentrum Westfalen. 

Die Angebotspalette bleibt bestehen und wird erweitert. Die Malteser Bildungszentren platzieren ihre Lehrgangsangebote in den Bereichen Rettungsdienst/Notfallmedizin, Qualifizierung von Einsatz- und Führungskräften im Katastrophenschutz, Helferausbildung, Gesundheit und Arbeitssicherheit. 

Die Angebote der Bildungszentren richten sich nicht nur an Mitarbeiter der Malteser, sondern auch an externe Interessanten.

Kontakt

Malteser Bildungszentren NRW
Ihre Nachricht an Malteser Bildungszentren NRW

3 Fragen an....: Monika Vonberg, Leiterin Ausbildung und Referentin Notfallvorsorge in NRW

1. Aus den drei Malteser-Schulen werden jetzt zum 1. Januar 2018 Bildungszentren. Welche Gründe haben zu dieser Umbenennung geführt?
Durch die Umbenennung in Malteser Bildungszentrum Euregio, Malteser Bildungszentrum Rheinland und Malteser Bildungszentrum Westfalen wollen die bisherigen Malteser Schulen Aachen, Bonn und Dortmund ihre breite Angebotspalette regional weiter publik machen und durch einen Kommunikations-Relaunch ein deutliches Zeichen setzen.

2. Haben die einzelnen Bildungszentren spezielle Bildungsschwerpunkte?
Die umfangreiche Angebotspalette bleibt bestehen und sicher immer noch erweitert. Die Malteser Bildungszentren platzieren ihre Lehrgangsangebote in den Bereichen Rettungsdienst / Notfallmedizin, Qualifizierung von Einsatz- und Führungskräften im Katastrophenschutz, Helferausbildung, Gesundheit & Arbeitssicherheit. Das Malteser Bildungszentrum Euregio hat ihr Portfolio zusätzlich auf international zertifizierte Veranstaltungen sowie auf Weiterbildungen für Ärzte erweitert; das Malteser Bildungszentrum Rheinland bietet die Ausbildung und Fortbildung von Desinfektoren an.

3. An wen richten sich die Angebote der Bildungszentren?

Die Angebote richten sich an maltesereigene und externe Interessenten; es bestehen zum Teil langjährige Kundenbeziehungen als renommierte Anbieter zu anderen Institutionen wie Feuerwehren, Kliniken und auch die Bundeswehr.

Porträtfoto Monika Vonberg

"Wissen heißt handeln können."

Ralf Bischoni weiß, was Rettungskräfte können und wie sie es lernen sollten. Der Leiter des Malteser Bildungszentrum Euregio in Aachen (mit Außenstandort Krefeld) und Euskirchen hat mehrere Fachbücher zur Notfallmedizin mitverfasst und ist Gründungsmitglied des Deutschen Berufsverbandes Rettungsdienst (DBRD), des Kurssystems Pre Hospital Trauma Life Support (PHTLS) und des German Resuscitation Council (GRC). Außerdem ist er als Ausbilder und Koordinator für diverse internationale Kurssysteme tätig.

Die Malteser sind ein großer Ausbildungsträger im Rettungsdienst.

Es gibt sechs staatlich anerkannte Malteser Rettungsdienstschulen, von denen einige zwei oder drei Außenstellen haben. Hier bieten wir die ganze Bandbreite der rettungsfachlichen Ausbildung: den Notfallsanitäter, aber auch den Rettungssanitäter und den Rettungshelfer. Unsere Kollegen können von der Pike auf bis zum Wachleiter alle Ausbildungen beim selben Träger durchlaufen. Dass wir selbst ausbilden, lässt die Malteser als Arbeitgeber besonders aufgeschlossen sein für Fort- und Weiterbildungen. Diese Chance nehmen viele Kollegen auch gerne wahr.

Gibt es auch inhaltliche Vorteile?

Die Malteser kennen beide Seiten und können beide gut aufeinander abstimmen. Vieles ist zwar durch die Rahmenlehrpläne der Länder vorgegeben, was ja auch gut ist. Aber es gibt durchaus typische Malteser-Inhalte, die alle Auszubildenden an allen Schulen lernen, und Angebote wie die spirituelle „Auszeit für Retter“.

Wie bekommen Sie mit, für welchen konkreten Bedarf der Wachen sie schulen sollen?

Nur durch enge Kontakte und Verzahnung. Diese fällt leichter, wenn die Wege kurz sind und alles unter einem Dach passiert. Unsere Praxisbegleiter der Schulen besuchen regelmäßig die Lehrrettungswachen und die verantwortlichen Praxisanleiter und Lehrrettungsassistenten der Rettungswachen kommen regelmäßig in die Schulen. 

Was macht das „System Malteser“ besonders?

Wir sind eben nicht die Schulen eines Kreis- oder Landesverbandes, sondern die Schulen „der Malteser“. Wir haben einheitliche Curricula, teilen dieselben pädagogischen Ansätze und stimmen auch die Ausrichtung der Schulen untereinander und im Verband eng ab. Deshalb können wir zum Beispiel unsere Aus- und Fortbildungsangebote bundesweit gemeinsam ausschreiben. 

Als Lehrer denke ich natürlich auch, dass Lehrer im Klassenraum den Unterschied machen. Unsere Dozenten sind gestandene, hochqualifizierte Fachleute mit Einsatz- und pädagogischer Erfahrung. Hier kann so ein großer Verband wie die Malteser eben aus dem Vollen schöpfen. Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Lehrkräfte selbst noch operativ im Rettungsdienst aktiv im Dienst sind und rausfahren. Diese Bodenhaftung halte ich für sehr wichtig – schließlich geht es vor allem darum, Profis im Handeln auszubilden! Retten ist Handwerk, keinen Kunst. So sehr wir die Akademisierungstendenzen begrüßen. Im Wesentlich und für das Gros geht es darum, einen Beruf gut zu erlernen und optimal ausüben zu können.

Wer im Rettungsdienst arbeitet, muss sich ständig fort- und weiterbilden. Was haben die Malteser hier erfahrenen Rettern anzubieten?

Eigentlich fast alles, was Retter heute brauchen: einerseits fachliche Aufbauschulungen wie ERC-, PHTLS, ITLS- und AMLS-Kurse, auf der anderen Seite Weiterbildungen für diejenigen, die als Praxisanleiter, Medizinprodukte-Beauftragter oder Desinfektor den nächsten beruflichen Schritt gehen wollen, oder die es als Wachleiter in eine Führungsposition zieht. Kein anderer Anbieter bietet an allen Schulen das ganze Spektrum an international zertifizierten Kursen an. Das wiederum hat zur Folge, dass man in unseren Reihen auch besonders viele nach diesen evidenzbasierten Standards ausgebildete Rettungskräfte findet. Eine weitere positive Wechselwirkung ist, dass die Malteser Fort- und Weiterbildungen oft fördern, weil sie sie selbst durchführen und wichtig finden.

Was macht eine gelungene Fort- und Weiterbildung aus?

Das große Ziel von Bildung ist nicht Wissen, sondern Handeln. Am besten sind die Schulungen, die in wertschätzender und positiver Atmosphäre die Handlungskompetenz fördern. Handeln können braucht dabei fachliches Wissen, aber auch soziale Kompetenzen. Das bedeutet zu allererst und immer wieder, so respektvoll wie nur irgend möglich mit den Patienten und mit den Kollegen umgehen. Das ist leichter gesagt als getan – aber nur weil man es so oft hört, ist es ja nicht weniger wichtig.

Ich bin seit 20 Jahren in der Ausbildung tätig. Am meisten freue ich mich, wenn Teilnehmer mir die Rückmeldung geben, dass sie nicht nur fachlich viel gelernt haben, sondern auch etwas von unserem christlichen Geist mitnehmen. „Nähe“ ist nicht unbedingt als „Thema“ der Fortbildung, aber als Bezugsrahmen, immer präsent. Niemand muss Sorge haben, dass wir christliche Werte predigen; aber man darf darauf vertrauen, dass wir sie vorzuleben versuchen.

Und welche Malteser Schule ist nun die beste?

Alle selbstverständlich, weil alle auf hohem Niveau ausbilden. Wir stimmen uns ab, wie wir neue Leitlinien zur Reanimation schulen oder welche Lehr- und Lernmaterialien wir nutzen. Zum Beispiel stellen wir jetzt überall dort, wo wir die Vollausbildung zum Notfallsanitäter anbieten oder bald haben werden, iPads und Lizenzen für Fachliteratur für die Schüler. Hier sind wir auf dem neuesten Stand und bleiben gemeinsam innovativ und bleiben gemeinsam innovativ.

Zwei Malteser in einem Rettungswagen

Fort- und Weiterbildung im Rettungsdienst

Alle Malteser Rettungsdienstschulen bieten ein breites Spektrum an aufbauenden Qualifizierungen für Fach- und Führungskräfte im Rettungsdienst. Unsere eigenen Malteser Mitarbeiter und das Rettungsfachpersonal anderer Arbeitgeber qualifizieren wir zu allen notfallmedizinisch relevanten Themen nach den anerkannten Standards der nationalen und internationalen Fachverbände und Berufsorganisationen.

Weiterbildungen für Rettungsfachpersonal

  • Lehrrettungsassistent/in
  • Dozent/in im Rettungsdienst
  • Praxisanleiter/in (gemäß NotSanG)
  • Organisatorische Leiter Rettungsdienst
  • Wachleiter
  • Desinfektoren Aus- und Fortbildung
  • Mega- und Trauma-Code-Trainer
  • MPG-Beauftragte
  • Hygienebeauftragte

International zertifizierte Qualifikationen

  • Kardiovaskuläre Notfälle und Reanimation (ERC ALS®)
  • Internistische Notfallversorgung (AMLS®-Provider)
  • Traumatologische Notfallversorgung (ITLS®, PHTLS®)
  • Pädiatrische Notfallversorgung (EPLS®, EPC®)

Lehrgänge für Ärzte im Rettungsdienst

  • Arzt im Rettungsdienst
  • Leitender Notarzt
  • DIVI-Intensivtransportkurs